Gründungsresolution
Resolution anlässlich der Gründungsversammlung des „Bündnis Inklusion – Netzwerk für die Region Würzburg“,
13. Juli 2010, Friedrich-König-Gymnasium, Würzburg
Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK), die von Deutschland seit Dezember 2008 ratifiziert ist und seit dem März 2009 gilt, stellt eine Herausforderung für alle staatlichen Ebenen sowie die ganze Gesellschaft dar. Besonders wichtig ist das Ziel Inklusion: Menschen mit Behinderung werden als Teil der Gesellschaft mittendrin angesehen und als der Gesellschaft zugehörig geachtet;
nicht die Menschen passen sich der Gesellschaft an, sondern die Gesellschaft an die Menschen. Damit Inklusion erreicht werden kann, müssen auf Bundes- und Landesebene Gesetze angepasst werden, um die Menschenrechte behinderter Menschen in die gesamte deutsche Gesetzgebung zu übersetzen. Das heißt zum Beispiel, dass aussondernde Strukturen auf Dauer beseitigt werden müssen.
Inklusion bedeutet auch, dass für die Gesellschaft das Leben behinderter Menschen mittendrin alltäglich wird. Grundlage dafür ist ein Paradigmenwechsel, ein veränderter Blick, etwa Menschen nicht aus der Perspektive der Fürsorge anzusehen, sondern als gleichberechtigte Menschen, die etwas beizutragen haben.
Die Situation in Würzburg und Umgebung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich hier seit den 60er/70er Jahren viele Einrichtungen für behinderte Menschen angesiedelt haben: Sonderschulen, Werkstätten, Heime. Diese müssen ihre Konzeptionen von seiten der Inklusion kritisch befragen und gemäß der Menschenrechts-Konvention verändern. Aber auch die Gesellschaft insgesamt muss sich für Inklusion öffnen.
Ziele und Grundsätze des „Bündnis Inklusion - Netzwerk für die Region Würzburg“:
1. Das Bündnis hat das Ziel, die Vorgaben der BRK umzusetzen, und richtet sich am Geist der UN-Behindertenrechtskonvention aus: Selbstbestimmung, Nichtdiskriminierung, volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft, Freiheitsrechte und Wahlmöglichkeiten für behinderte Menschen.
2. Das Bündnis zeigt Wege auf, wie die BRK in Würzburg und Umgebung praktisch umgesetzt werden kann, informiert politische Entscheidungsträger und fordert von diesen die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention ein.
3. Das Bündnis thematisiert Inklusion als Zusammenleben von nichtbehinderten und behinderten Menschen in allen Lebensbereichen und Lebensphasen sowie bei Lebensweisen, z.B. bei Bildung, Arbeit oder Wohnen.
4. Als Netzwerk geht es dem Bündnis darum beizutragen „Inklusion zu lernen“, indem ein möglichst breiter Austausch verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen und Einzelpersonen angestrebt wird.
5. Das Bündnis steht für gute Qualität bei der Förderung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung, die den berechtigten individuellen Bedarf erfüllen muss: Inklusion darf nicht als Sparmaßnahme missbraucht werden.
Zuletzt aktualisiert am (Dienstag, 24. August 2010)
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